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3. École

Das ehemalige Schulhaus, nach Plänen von Girard erbaut:

Girards Pädagogik und Didaktik

Copyright inconnuDie Schülerzahlen in Girards Schule werden derart hoch, dass "der wechselseitige Unterricht nach Bell & Lancaster eingeführt wird: "Endlich kam das Jahr 1816, und wir lernten den wechselseitigen Unterricht kennen. Welche glückliche Entdeckung! Sie erlaubte uns, auf unsere ersten Pläne zurückzukommen, und jedem Schüler den Unterricht zu geben, den er brauchte und verlangte." (Girard 1818/1950, S. 66).

Girards Pädagogik darf aber nicht auf den wechselseitigen Unterricht verkürzt werden. Sie enthält christliche und aufklärerische Elemente (selber, klar, logisch denken), die wichtigsten Fächer sind Muttersprache und Religion, in ihnen soll nicht nur Wissen, sondern auch Moral vermittelt werden. Girard vertritt eine pragmatisch-reflexive Pädagogik: Erfahrung soll Lehrmeisterin sein, praxisbezogene Kompetenzen, die Anwendung und der Nutzen sollen im Vordergrund stehen (Bertschy, in Vorb.).

Girards Didaktik ist stark von Pestalozzi beeinflusst, aber kompetent umgesetzt.

Birbaum (1991) fasst sie so zusammen:

1. Das Anschauungsprinzip: sinnliches Erfassen

2. Das Elementarprinzip: mit dem Elementaren, Einfachen beginnen

3. Das Graduierungsprinzip: vom Einfachen zum Komplexen

4. Prinzip des Übens, das für das Lernen zentral ist (und oft unterschätzt wird)

5. an das Bekannte anknüpfen und dann zum Neuen, Unbekannten fortschreiten

6. Förderung der Selbstaktivität des Kindes

7. Prinzip der allseitigen Bildung

Beat Bertschy

Literaturhinweise:

Bertschy, B. (in Vorb.): Unbekannt, unverstanden, unterschätzt: Gregor Girards Schulpädagogik. Erscheint in: Zeitschrift für Pädagogik (ca. 15 Seiten)

Birbaum, P. (1991): Pater Gregor Girard und die Volksschule. In: Information trimestriel. Hrsg. von der Direktion für Erziehung und kulturelle Angelegenheiten des Kantons Freiburg. 45/1991, S. 85 - 92.

Girard, G. (1818/1950): Distribution des prix, 9 septembre 1818 – le préfet aux magistrats. In : Discours de clôture 1805-1822, Editions du centenaire, publié par la societé Fribourgeoise d’Education, Vol. III. Freiburg: Paulus-Verlag, S. 60-69.

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